Punkt 15 - Stadtgeschichte
Stadtgeschichte
Im Gegensatz zum Land um Bautzen, welches bereits von den Sorben bewohnt war, wurde das Schirgiswalder Gebiet erst im 12. Jh. durch fränkische Siedler erschlossen. Das Land musste durch Rodung mühsam dem Wald abgerungen werden. Es entstand das Waldhufendorf Schirgiswalde zu beiden Seiten eines kleinen vom Hohberg in die Spree mündenden Baches. Ein Waldhufendorf ist eine ländliche Siedlungsform, die typischerweise in Rodungsgebieten auftritt und die sich durch einen einheitlichen, regelmäßigen Grundriss auszeichnet - in Reihe gegenüberliegende Streifen landwirtschaftlichen Grundbesitzes, wobei sich die Hofanlage am straßenseitigen Rand des jeweiligen Streifens befand.
Im Laufe der Zeit wurden zwei Rittergüter errichtet, deren Besitzer Vasallen der Herren auf dem Tollenstein waren. So wurde nicht die nahe Stadt Budissin (das spätere Bautzen), sondern die böhmische Burg Tollenstein der Verwaltungssitz für das Schirgiswalder Gebiet. Durch späteren Freikauf von dieser Lehensabhängigkeit kam Schirgiswalde an die böhmische Krone und blieb beim Übergang der Oberlausitz an Sachsen im Jahre 1635 eine böhmische Enklave.
Diese besondere territoriale Lage führte zu manchen Eigenarten in der Entwicklung des Ortes und seiner Bewohner. Nach dem 30jährigen Krieg erwirkte der damalige Grundherr Otto von Ottenfeld die Erhebung Schirgiswaldes zur Stadt, was am 19.2. 1665 durch Kaiser Leopold I. vollzogen wurde. In der Folgezeit setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein.
Der Ortsteil Neuschirgiswalde wurde gegründet und mit Weber-Familien aus Böhmen besiedelt. Die Leineweberei fand - wie auch in der Umgebung - ihre Verbreitung.
Als von Böhmen aus die Gegenreformation einsetzte, grenzte sich Schirgiswalde als katholisches Städtchen auch konfessionell von den umliegenden sächsischen Gebieten ab.
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