Punkt 2 - Markt
Markt
Schirgiswalde entstand aus einer dörflichen Siedlung und erhielt erst 1665 das Stadtrecht. Daraus erklärt sich, warum kein repräsentativer, großflächiger Marktplatz vorhanden ist.
Ein Foto von 1872 zeigt, dass alle Gebäude am Obermarkt ursprünglich Umgebindehäuser waren. Das trifft z.B. auch auf den ehemaligen Gasthof „Erbgericht“ zu. 1886 wurde an seiner Stelle ein steinerner Neubau errichtet, der 1911 abbrannte und durch das heute bestehende Gebäude ersetzt wurde. Das neue Hotel Erbgericht -leider inzwischen geschlossen- war mit einem großen Saal ausgestattet, in welchem unzählige Faschingsfeiern, Konzerte, Schulanfänge usw. gefeiert wurden.
Auf dem Obermarkt vor dem Erbgericht stand früher die barocke Sandsteinplastik „Christus an der Geißelsäule“. Erst 1941 wurde sie an den jetzigen Standort an den Kirchstufen versetzt.
Als eines der wenigen Umgebindehäuser hat sich, neben den Laubenhäusern, auch das schöne Eckhaus Markt 2 erhalten. Dort -„Bei Hausch“- kauften die Schirgiswalder bis in die 1990iger Jahre ihre Lebensmittel ein. Daneben (heute Markt 3/Rämischstr. 1) befand sich früher die Gaststätte „Ratskeller“ (mit Fleischerei) und anschließend der Ratsaal in einem etwas fremdartig anmutenden, klassizistischem Gebäude, das wohl als Rathaus geplant war, jedoch nie vollendet wurde.
Zwischen dem Erbgericht und dem Gebäude am Fuße des Kirchbergs (Marktstuben) stand ein weiteres, großes Umgebindehaus, das sogenannte Hentschel-Haus. In diesem wurde wahrscheinlich der bekannte Komponist und Musiker Theodor Hentschel geboren. Leider wurde es 2011 im Zuge der geplanten Umgestaltung des Areals abgerissen. An seiner Stelle unterblieb eine Ersatzbebauung, sodass das Ensemble des Marktplatzes empfindlich gestört ist.
Auch am Niedermarkt verschwanden Gebäude im Zuge des Neubaus der Sauerstrasse im Jahre 1879: ein Wohnhaus und das Spritzenhaus der Feuerwehr. Damals floss der Stadtbach noch offen über den Niedermarkt zur Spree. An der Nordseite erhob sich das stattliche Gebäude des sogenannten Eiskellers. Hier lagerten die Eisvorräte für die an der Südseite des Platzes gelegenen „Spreeschloßbrauerei“.
Der Markt bot -und bietet noch heute- nicht nur Platz für Händler, sondern auch für Feste wie den Nikolausmarkt, den Faschingsumzug u.ä. z.B. für den Empfang des sächsischen Königs oder des Ministerpräsidenten.
Danke dem Sponsor dieser Tafel
ATeams Reisen & Events Andreas Thomas